Der ländliche Raum darf nicht im Regen stehen gelassen werden...
Stand 27.05.2026
In Bezug zum aktuellen Bewilligungsstopp des Landes Brandenburg, welches aktuell die privaten LEADER-Projekte - trotz gefasster Beschlüsse der Landesregierung, die EU-Kofinazierung für eine gesamte EU-Förderperiode zu sichern - nicht mit Landesmitteln kofinanzieren kann/möchte, machen wir uns erst recht Gedanken zu LEADER ab 2028...
"Der ländliche Raum darf nicht im Regen stehen gelassen werden...
Der heutige Austausch zur Zukunft der europäischen Förderpolitik mit Sebastian Steineke MdB, dem Europaabgeordneten Dr. Christian Ehler sowie dem brandenburgischen Landtagsabgeordneten Julian Brüning hat erneut deutlich gemacht: Wir stehen an einem entscheidenden Punkt für die Zukunft des ländlichen Raumes. Und obwohl die Tragweite der aktuellen Entwicklungen enorm ist, scheint vielen noch immer nicht bewusst zu sein, was hier tatsächlich auf der Kippe steht. Es geht nicht um irgendein Förderprogramm. Es geht um die Grundlagen dafür, ob ländliche Regionen auch künftig gesellschaftlich, infrastrukturell und demokratisch stabil bleiben. Das ELER-/LEADER-System und die Arbeit der Lokalen Aktionsgruppen haben über Jahrzehnte bewiesen, wie erfolgreiche Entwicklung im ländlichen Raum funktioniert: regional, praxisnah, gemeinsam mit den Menschen vor Ort.
Gerade dort, wo staatliche Strukturen dünner werden, wo Ehrenamt, Vereine, Feuerwehren, Dorfgemeinschaften und kommunales Engagement die Gesellschaft tragen, wirken diese Programme weit über reine Fördermittel hinaus. Sie schaffen Vertrauen. Sie schaffen Beteiligung. Sie schaffen Akzeptanz von Demokratie, Verwaltung und Politik. Wenn diese Strukturen wegbrechen oder massiv geschwächt werden, verlieren wir nicht nur Projekte — dann verlieren wir gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die aktuellen Entwicklungen auf europäischer Ebene geben Anlass zu großer Sorge: ▪ sinkende EU-Kofinanzierung ▪ steigende Eigenanteile ▪ mehr Bürokratie ▪ weniger regionale Entscheidungsmöglichkeiten ▪ und eine schrittweise Aushöhlung des bewährten LEADER-Ansatzes Wenn künftig statt bis zu 80 Prozent Förderung deutlich geringere Beteiligungen (der EU) erfolgen, werden viele finanzschwächere Kommunen Projekte schlicht nicht mehr umsetzen können. Dann trifft die Sparpolitik genau die Basis, die unseren ländlichen Raum überhaupt noch zusammenhält.
Und genau deshalb reicht es jetzt nicht mehr aus, nur politische Positionen zu formulieren oder Resolutionen zu verabschieden. Wenn Brandenburg die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse zwischen Stadt und Land ernst meint — und genau das fordert unsere Landesverfassung — dann muss jetzt gehandelt werden.
Wir brauchen zeitnah eine verlässliche Struktur auf Landesebene, die den gesellschaftlichen Zusammenhalt, regionale Entwicklung und kommunale Handlungsfähigkeit dauerhaft absichert. Nicht als Konkurrenz zu LEADER. Nicht als Doppelstruktur. Sondern als notwendige Grundlage für den Fall, dass Europa den ländlichen Raum künftig nicht mehr ausreichend trägt. Denn genau auf dieses Szenario müssen wir uns vorbereiten.
Es wäre fahrlässig, erst dann zu reagieren, wenn bestehende Strukturen bereits wegbrechen. Wir brauchen deshalb jetzt: ▪ langfristige Landesstrukturen ▪ verlässliche Finanzierungsperspektiven ▪ regionale Entscheidungsspielräume ▪ und klare politische Prioritäten zugunsten des ländlichen Raumes.
Gut ist, dass das Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt inzwischen ausdrücklich im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit und gesellschaftlichen Zusammenhalt des Landes Brandenburg unter Minister René Wilke verankert ist. Genau dort braucht es nun aber auch konkrete Antworten und belastbare Strukturen für die kommenden Jahre.
Denn eines muss klar sein: Wenn Europa den ländlichen Raum künftig im Regen stehen lässt, darf Brandenburg das nicht ebenfalls tun. Starke Dörfer, starke Gemeinden und starke Regionen sind keine freiwillige Zusatzaufgabe. Sie sind Grundlage unseres gesellschaftlichen Friedens, unserer Demokratie und der Zukunft unseres Landes."
Tobias Krüger, Bürgermeister der Gemeinde Am Mellensee / LAG-Vorstand
"Rettet das Dorf!" - LEADER ab 2028 - Mehr Hintergrundwissen:
"Rettet das Dorf!" (Link zum Verfasser des Buches "Rettet das Dorf!": Prof. Dr. Gerhard Henkel ist Humangeograph. Seit 50 Jahren befasst er sich mit unterschiedlichen Themen der historischen und aktuellen Entwicklung des ländlichen Raumes.)
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Brandenburg im Januar 2026...Es scheint, als würde die Zukunft des ländlichen Raumes, die Zukunft unserer Dörfer und unseres Dorflebens in den aktuellen politischen Debatten der Brandenburger Landesregierung völlig untergehen. Niemand hört die Akteure des Ländlichen Raumes, die seit Monaten von den geplanten Änderungen der Förderpolitik der EU reden und schreiben, die Gespräche, Unterstützung oder Mitstreiter auf Landesebene suchen, um den geplanten Änderungen auf EU-Ebene gemeinsam entgegenzuwirken.
Die Lokalen Aktionsgruppen (LAGn) aus ganz Deutschland haben bereits ihre Statements an Frau von der Leyen und die politischen Vertreter auf EU-Ebene gesandt.
Es wurde auch schon viel mit politischen Landesvertretern gesprochen, aber offensichtlich scheint die ungewisse Zukunft der ländlichen Entwicklung keinen Aktionismus auf Landesebene auszulösen… „Erst wenn der letzte Baum…“ – Wenn Brandenburg sich nicht jetzt mit anderen Bundesländern zusammenschließt und gemeinsam auf EU-Ebene agiert, dann gibt es wirklich bald kein Dorfleben mehr!
Das EU-Förderprogramm LEADER hat in unserem Landkreis in den letzten fasst 20 Jahren so viel Dorfleben unterstützen können. Die Lokale Aktionsgruppe „RUND um die Flaeming-Skate“ e.V. hat so viele engagierte Menschen begleitet, die als ‚Stütze der Gesellschaft‘ uneigennützig Projekte in ihren Dörfern angeschoben und umgesetzt haben. Sportstätten, soziale Treffpunkte – Orte der Begegnung, Projekte von Kleinstgewerbetreibenden, medizinische Versorgung, touristische oder kommunale Projekte wurden gefördert, ohne die das Leben hier nicht lebenswert wäre!
Mit unserer Erklärung fordern wir die Mitglieder des Landtages sowie die Landesregierung mit Nachdruck auf, sich entschieden und unmissverständlich dafür einzusetzen, dass die geplanten Kürzungen und strukturellen Veränderungen der EU-Förderpolitik ab 2028 nicht zu Lasten des ländlichen Raums gehen. Die Folgen wären absehbar – und sie wären fatal…
Vielleicht können Sie uns dabei unterstützen, die richtigen Rädchen in Gang zu setzen…
Leiten Sie die Nachricht oder/und die Dokumente an die weiter, die auch aktiv werden. Bringen Sie das Thema an den richtigen Stellen zur Sprache: Sie sind das Sprachrohr unseres ländlichen Raumes!
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Unterstützung durch die MAZ! Artikel vom 04.02.2026 (Download-pdf)
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08.2025 // ELARD (European LEADER association for Rural Development) + BAG LAG (Bundesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen): "ANALYSE der Legislaturvorschläge der Europäischen Kommission zur Ankündigung der künftigen Reform des EU-Haushalts, ..."
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09.2025 // BAG LAG: "Argumentationspapier zu den Komissionsvorschlägen"
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10.2025 // Landesarbeitsgemeinschaft der LEADER-Aktionsgruppen - Brandenburg (LAG LAG): "Stärkung ländlicher Räume..."
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12.2025 // Lokalen Aktionsgruppe (LAG) "RUND um die Flaeming-Skate" e.V.: "Positionspapier zu den Plänen der EU"
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Links:
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ELARD (European LEADER association for Rural Development)
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DVS (Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume)
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Brandenburg: Der gemeinsame Begleitausschuss - als wichtiges Instrument für die Umsetzung der Partnerschaft im Rahmen der EU-Fonds
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Brandenburg: ALEUV - Ausschuss für Land- und Ernährungswirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz - Landtag Brandenburg
- Brandenburg: Partnernetzwerk KBS - für die Europäischen Strukturfonds und die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) im Land Brandenburg
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Bund: BMLEH - Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung im Bundesministerium
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EU: Europäische Kommission - Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung
LAGn zum Gespräch mit Abgeordneten im Deutschen Bundestag
Stand 18.03.2026
Mehr als 30 LEADER-Akteure aus 15 Lokalen Aktionsgruppen und sechs Bundesländern waren am 18.03.2026 zu einem Gespräch über die Zukunft von LEADER im Bundestag in Berlin. Neben dem Brandenburger Abgeordneten Stefan Zierke (SPD) als Organisator trafen diese mit den Bundestagsabgeordneten Dr. Franzika Kersten (SPD) und Artur Auernhammer (CSU) als ausgewiesenen Fachleuten für ländliche Entwicklung in den Regierungsfraktionen zusammen. Alle drei zeigten sich sowohl von der Zahl der anwesenden LAG-Vertreter als auch von der vielfältigen Arbeit der Aktionsgruppen beeindruckt. LEADER leiste einen wichtigen Beitrag für attraktive ländliche Räume. Die Abgeordneten unterstützten das Ziel einer weiterhin eigenständigen Politik der ländlichen Entwicklung. Die LAGn machten deutlich, dass für die Arbeit vor Ort verlässliche Strukturen mit Entscheidungsbefugnissen notwendig sind. Damit die EU-Mittel in der Fläche auch genutzt werden können, sei ein Mindestansatz für LEADER und zudem die Beibehaltung des EU-Kofinanzierungssatzes in Höhe von 80% der öffentlichen Ausgaben notwendig. Einig war sich die Runde zudem, dass LEADER weiterhin ganzheitliche, gebietsbezogene Strategien unterstützen soll und nicht auf land- und forstwirtschaftliche Einzelmaßnahmen verengt werden darf. Der breite Button up-Ansatz stärkt das demokratische Miteinander in den Dörfern und Kleinstädten. Im Ausblick wurde klar, dass aktuell die Diskussionen auf der europäischen Ebene laufen, die Abgeordneten wollen dies mit Kontaktvermittlung ins Europäische Parlament unterstützen.

Bilder: Schenk-LAG Boerdeland // Kenzler-Mitarbeiter MDB Zierke
